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29. Juli 2016

Du musst innewerden und erfahren, was es für Jammer und Herzeleid bringt, den Herrn, deinen Gott, zu verlassen und ihn nicht zu fürchten. Jeremia 2,19

Wer nicht hören will, muss fühlen. An diesen bitteren Satz einer strafenden Pädagogik erinnern mich die Worte Gottes an den Propheten Jeremia am Anfang seines Buches.
«Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und kein Wasser geben.» (Jeremia 2,13)
Ob diese Worte das Leiden der Menschen unter der Unterdrückung vielleicht erträglicher gemacht haben, weil es als selbst verschuldet dargestellt wird?
Ihr seid nicht Opfer von stärkeren Völkern mit mächtigeren Göttern. Nicht euer Gott wurde besiegt, sondern euer Gott ist jederzeit der Herr der Zeit und der Situation. Selbst in der Niederlage ist er nicht geschlagen, sondern der Schlagende.
Die lebendige Quelle wird zum bitteren Salzwasser, das sich tief in die Kehle hineinfrisst und mehr Durst macht als stillt. Und ihr seid selber daran schuld!
Ob diese Worte etwas geholfen haben, weiss ich nicht, vielleicht haben sie die Menschen, für die sie bestimmt waren, in eine schwere Depression geführt oder aber nachdenklich gemacht, vielleicht auch wachgerüttelt, vielleicht haben sie aber auch eine Sehnsucht geweckt, eine Sehnsucht nach einer längst vergangenen Zeit.

«Ich gedenke der Treue deiner Jugend und der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir folgtest in der Wüste, im Lande, da man nicht sät.» Jeremia 2,2

Von: Sigrun Welke-Holtmann

 

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