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23. Januar 2017

Christus hat für euch bezahlt und euch freigekauft, sodass ihr jetzt ihm gehört. Darum macht euch nicht zu Sklaven menschlicher Massstäbe! 1. Korinther 7,23

Mit anderen Worten: Christus ist der Erlöser. Was heute nur noch religiös rauscht, hatte ursprünglich diese ganz konkrete Bedeutung. Sklaven konnten von einem «Löser» freigekauft werden. Der Vergleich erhellt die Bedeutung des Lebens und des Sterbens Jesu. Entscheidend ist der Preis. Der Erlöser ist wie der Gottesknecht, von dem Jesaja sagt, er habe unsere Krankheiten getragen und die Strafe auf sich genommen (Jesaja 53,3–5).
Es gibt eine theologisch schiefe Interpretation des Sühnopfers, die das Erlösungsbild verdunkelt. Als Frage formuliert: Hat Gott seinen Sohn Jesus geopfert, damit wir Kinder Gottes werden dürfen? So auf den Punkt gebracht, wird die Pointe der Erlösung verpasst! Denn die Erlösung durch Christus zieht Gott in Mitleidenschaft. Mit Christus verändert sich das Gottesbild. Ein edler Mensch, der alles opfert, um einen göttlichen Sklavenhändler zufriedenzustellen, könnte uns nicht erlösen. Wir werden gerade von diesem falschen Gottesbild erlöst – durch den Gott, der sich mit Jesus von Nazareth hat verraten, verhöhnen und kreuzigen lassen. Einem Sklavenhändlergott kann man nur hörig sein, zum Gott, der sich hingibt, will ich gehören. Jochen Klepper verbindet die Gedanken des Propheten und des Apostels in seinem Morgenlied Er weckt mich alle Morgen. In der vierten Strophe heisst es:
Er ist mir täglich nahe und spricht mich selbst gerecht. Was ich von ihm empfahe, gibt sonst kein Herr dem Knecht. Wie wohl hat’s hier der Sklave – der Herr hält sich bereit, dass er ihn aus dem Schlafe zu seinem Dienst geleit’!

Von: Ralph Kunz

 

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