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23. September 2017

Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Psalm 8,5

Die Frage, was der Mensch ist und was er werden soll, stellt sich nur der Mensch. Wer sonst? Der Psalm macht allerdings einen Umweg über Gott. Was bedeutet es, dass Gott an uns denkt? Voll Bewunderung schaut der Beter auf Mond und Sterne als das «Werk deiner Hände» – nicht um der Schöpfung, sondern um Gott die Ehre zu geben!

Selbstbewusst betrachtet der betende Mensch auch sich selbst als Kröne der Schöpfung, wenn er von sich sagt, er sei «wenig geringer gemacht als Gott und mit Ehre und Hoheit gekrönt.» Ich finde das unheimlich schön. Aber 2500 Jahre später höre ich den säkularen Geist fragen: «Was ist eigentlich Gott, dass wir seiner gedenken, und der Sohn Gottes, dass wir ihm vertrauen?» Derselbe Zeitgeist fährt fort und schaut auf das Werk seiner Hände: Kunst, Kultur, Technologie und viele nützliche und schöne Dinge. Ein paar verwegene Untergeister erklären auch die Religion zur Kulturleistung. «Denn was ist ein Gott, dass wir seiner gedenken? Ist er nicht geringer als wir? Haben nicht wir ihn gekrönt?» Diese Geister erklären Gott konsequenterweise zum «Werk unseres Verstands», um sich am Ende selber die Ehre zu geben. Und mir wird unheimlich. Was würde aus der Welt, wenn der Himmel leer wäre?

Wenn ich das Werk unserer Hände anschaue, fürchte ich mich. Ohne Gott leben wir in einem Geisterhaus. Gott hofft, dass wir uns seiner annehmen …

Von: Ralph Kunz

 

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