Wer von sich sagt, dass er mit Gott verbunden ist,
soll auch so leben, wie Jesus gelebt hat. 1. Johannes 2,6
Der Traditionsabbruch ist Realität. Der biblische Analphabetismus
grassiert. Warum Diakonie zum christlichen Glauben
gehört und was sie vom sozialen Engagement unterscheidet,
verschwindet oft im Nebel des Unwissens und vielleicht
auch des Desinteresses. Die Kirche kämpft deshalb gegen
ihren Bedeutungsverlust und behauptet ihre gesellschaftliche
Relevanz. Sie beansprucht für sich, die Hüterin oder gar
Erfinderin jener Werte zu sein, welche die demokratische
Gesellschaft zusammenhalten.
Relevanz kann eine Institution für sich zwar behaupten, doch
um tatsächlich relevant zu sein, muss ihr ihre Bedeutung von
aussen zugeschrieben werden. Wirkliche Relevanz hat nur,
wer für andere relevant ist. Die Kirche kann ihre Relevanz
nicht selbst herstellen, sie muss sich erweisen, sich zeigen.
Biblische Geschichten immer wieder neu zu erzählen, ist
wichtig, um dem Traditionsabbruch zu begegnen. Der
Johannesbrief erinnert aber eindringlich daran, dass Glaube
keine abstrakte Erkenntnis ist, kein exklusives Wissen über
Gott: «Dass wir ihn erkannt haben, erkennen wir daran, dass
wir seine Gebote halten.» (1. Johannes 2,3)
Wenn die Kirche sich der Nachfolge verschreibt, erweist
sie ihre Relevanz. Denn Menschlichkeit hat die Welt nötig.
Immer, jederzeit, überall.
Von: Felix Reich