Die Elenden werden wieder Freude haben am HERRN, und die Ärmsten unter den Menschen werden fröhlich sein in dem Heiligen Israels. Jesaja 29,19
Hilfe für die Ärmsten und Obdachlosen in Wien: Jeden zweiten Mittwoch fährt meine Freundin Bigi mit einem Caritas-Bus zu vier Plätzen an Wiener Bahnhöfen. Ein Team Freiwilliger kocht zuvor einen grossen Topf duftender Suppe, den sie gemeinsam mit einer zweiten Frau austeilt. Ganz niederschwellig – jede und jeder ist willkommen gratis auf eine warme Mahlzeit und ein Stück Brot.
Viele, die kommen, kämpfen mit Alkohol, doch sie lachen miteinander, geniessen das Zusammensein. Manchmal spielt jemand Musik, und es wurde sogar schon getanzt. Natürlich gibt es auch Kritik, wenn die Suppe einmal nicht so schmeckt.
Einer, der schon öfter wegen kleiner Delikte im Gefängnis war, verkauft nun den «Augustin», eine Strassenzeitung, produziert von obdachlosen Menschen. Er hat dadurch ein kleines Einkommen und neuen Halt gefunden.
Einmal traf Bigi einen ehemaligen Busbesucher – er hat nun Arbeit und eine Wohnung. Er hat es geschafft!
Jesajas Worte bekommen hier ein Gesicht: Wo arme und obdachlose Menschen Würde, Mitgefühl und Wärme erfahren, beginnt Hoffnung zu keimen. Bisweilen blitzt an dunklen Orten pure Freude auf. Was für eine grosse Vision, die Jesaja hier hatte – und wie nah sie manchmal schon ist!
Von: Barbara Heyse-Schaefer