Gott schuf sie als Mann und als Frau und segnete sie
und gab ihnen den Namen «Mensch». 1. Mose 5,2
Ein erster flüchtiger Blick auf den Text: Aha, die Schöpfungsgeschichte.
Mann und Frau, oben und unten. Schöpfungsordnung.
Ein zweiter Blick lohnt sich: eben nicht die Schöpfungsgeschichte,
sondern der Übergang von der Schöpfung zur
Sintflut. Deutlicher noch als in der priesterlichen und jahwistischen
Schöpfungserzählung wird hier die Einheit von Frau
und Mann vorausgesetzt. Keine Unter- und Überordnung,
sondern Frau und Mann auf Augenhöhe. Und darauf liegt
der Segen Gottes. Damals kannte man nur zwei Geschlechter,
wir sprechen heute von mehreren Geschlechtern. Aber
welches es auch immer sei, es ist ein Mensch und steht unter
dem Segen Gottes. Sein Ebenbild.
Neben der Einheit von Frau und Mann steht die Einheit der
Menschheit. Keine Ober- und Unterordnung, keine Unterscheidung
von Ethnien und Religionen. Adam: Mensch.
Ebenbild Gottes und von ihm gesegnet.
Es scheint so einfach. Aber in unserem Alltag sind wir doch
immer noch himmelweit davon entfernt. Benachteiligung
von Frauen, Diskriminierung von queeren Menschen sind
auch in unseren demokratischen Gesellschaften noch lange
nicht überwunden. Und Ebenbilder Gottes kann und darf
man nicht «in die Hölle bomben». Wer soll dafür einstehen,
wenn nicht wir? Wir können es. Unter dem Segen Gottes.
Von: Armin Schneider