Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten
und leiten. Ich will sie zu Wasserbächen führen auf
ebenem Wege, auf dem sie nicht straucheln; denn ich
bin Israels Vater. Jeremia 31,9
Heute bekommen wir ein Versprechen geschenkt. Dieses
Versprechen spricht von einer Reise, die oft von Trauer, Zerrissenheit
oder Erschöpfung begleitet ist. Wer weint, wer sich
verloren fühlt, ist nicht ausserhalb von Gottes Blickfeld – im
Gegenteil, genau dort tritt er nah. Gott versprach dem Volk
Israel nicht nur Trost in der akuten Not, sondern auch eine
sichere Führung auf einem ebenen Weg. Das Bild der Wasserbäche
klingt nach Erfrischung, Nachdruck, Klarheit: Wasser
spült Sorgen fort, benetzt trockene Herzen und schenkt
neues Leben. Und das Bild des ebenen Weges lässt uns hören:
Gott will Verlieren und Stolpern verhindern, er möchte uns
behutsam voranführen, ohne Fallstricke.
Gott erinnert uns daran, dass Nähe und Zuwendung seine
Grundhaltung sind. Tränen sind kein Zeichen von Versagen,
sondern von Menschsein. In jedem Weinen liegt die Einladung,
Vertrauen neu zu wählen: nicht in die eigene Stärke,
sondern in Gottes Treue. Gott sieht dich, tröstet dich in
deiner Trauer und führt dich behutsam weiter. Auch wenn
der Weg uneben scheint, ist seine Gegenwart eine Quelle der
Ruhe, aus der du neue Kraft schöpfen kannst.
Von: Carsten Marx