Elisabeths Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr grosse Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freuten sich mit ihr. Lukas 1,58
Sich mit einer Nachbarin und Verwandten freuen, weil sie Mutter wird, was gibt es Schöneres, Lars? Elisabeth wird Mutter. Sie trägt Johannes in ihrem Leib. Mich erinnert die heutige Losung an einen Satz des Propheten Hosea. Ihm hat der Ewige in die Feder diktiert: «Mit Seilen der Zuwendung habe ich dich an mich gezogen und mit Stricken der Liebe an mich gebunden.» (Hosea 11,4) Je älter ich werde, desto bewusster wird mir, dass ich immer schon von dem gelebt habe, dass andere für mich da waren und sind. Ich bin nicht allein auf dem Weg durch meine Tage; habe Menschen, die mich begleiten und da sind. Daneben erfahre ich Gottes Gegenwart. Sie tut mir immer wieder auch den Weg zu anderen auf.
Ich sehe die Szene noch genau vor meinem inneren Auge. Ein Lehrer, kurz vor der Pension, humpelte mir an Gehhilfen im Flur der Schule entgegen. Er hatte eine grössere Operation hinter sich. Als wir in Sprechweite voneinander entfernt waren, konnte ich nicht länger schweigen. Meine Freude musste raus. Ich erzählte ihm, dass wir ein Kind bekommen, dass meine Frau schwanger ist. Da hielt er kurz inne, schmiss seine Krücken weg und umarmte mich. Seine Freude war grenzenlos. Er wurde dann zu einem der wichtigen Menschen, die uns seitdem begleitet haben.
Von: Chatrina Gaudenz und Lars Syring