Der HERR kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist. Psalm 98,9
So oft geht es in der Bibel um Gerechtigkeit, wie hier im
Psalm oder bei Johannes im heutigen Lehrtext; im Lied von
Hanna (1. Samuel 2) und Maria (Lukas 1,46 ff.), bei der fordernden
Witwe (Lukas 18,1 ff.) oder in Jesu Rede vom Weltgericht
(Matthäus 25,31 ff.): «Gott kommt … und wird den
Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es
recht ist.» Gott bringt das Unrecht und das Unheil zurecht,
darin zeigt sich seine Gerechtigkeit.
Angesichts des Unrechts und der Ungerechtigkeiten dieser
Welt übersteigt «Gottes Gerechtigkeit» mein Vorstellungsvermögen.
Und doch ist sie Versprechen, Trost und Hoffnungsanker,
auch in unserer Zeit.
Psalm 98 ist ein jubelndes Loblied: «Singet dem HERRN
ein neues Lied, denn er tut Wunder.» (Vers 1) Es ist wie
eine Lehrstunde in «Erweiterung meiner Vorstellungskraft»:
Fröhliche Berge und Ströme, die in die Hände klatschen
(Vers 8) – welch wunderbares Bild! Ein Meer, das vor Freude
braust, mitsamt allem, was darin lebt; die Luft ist erfüllt von
Jubel und Gesang. Es ist ein grosses, fröhliches Fest im Gang
und alle, die ganze Schöpfung, feiern mit.
Warum nicht das Wunderbare für möglich halten? Warum
nicht mit Hilde Domin «dem Wunder leise wie einem Vogel
die Hand hinhalten»?
Gott kommt, den Erdkreis zu richten mit Gerechtigkeit.
Von: Annegret Brauch