Jesus betete: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Johannes 17,15
Viele Menschen in Machtpositionen fördern das Böse. Sie
schrecken vor Krieg nicht zurück, schüren Hass und streben
nach Macht und Geld. Die Welt wird dunkler, kriegerischer
und bedrohlicher.
Und die jesuanischen Tugenden? Wo ist Vergebung? Wo
die dienende Nächstenliebe? Wo die Barmherzigkeit? Wo die
Demut? Wo ist Gott? Wo finden wir Hoffnung?
Mitten in diese Fragen hinein betet Jesus. Im Garten Getsemani
wendet er sich an Gott, seinen Vater. Jesus weiss, die
Welt ist voller Spannungen, voller Gefahren: «Gott, bewahre
meine Jünger vor dem Bösen. Schütze sie, Vater, vor der
Abkehr, vor dem Verlust der Hoffnung.»
Diese Bitte gilt auch heute. Wir brauchen Gottes Kraft,
damit wir nicht Teil des Bösen werden. Wir brauchen die
Nähe Gottes, damit wir standhaft bleiben. Die Hoffnung
liegt nicht darin, dass uns Gott aus der Welt nimmt, sondern
sie liegt darin, dass Gott uns in dieser Welt bewahrt
und verwandelt, dann finden wir vielleicht Antworten auf
unsere Fragen.
Gott ist da, wo Menschen einander vergeben, wo sie barmherzig
handeln, wo sie dienen, wo sie demütig sind.
Da ist die hoffnungsvolle Kraft.
Von: Simon Sigrist-Hellingman