Gideon sprach zu dem HERRN: Hab ich Gnade vor dir gefunden, so mach mir doch ein Zeichen, dass du es bist, der mit mir redet. Richter 6,17
Der junge Gideon wird von Gott zum Propheten berufen. Er
soll Israel wieder auf den Weg mit dem Gott des Lebens führen.
Gideon will nicht glauben, dass er Gottes Stimme hört,
und bittet ihn um ein Zeichen. Ich lese den Text gebannt
weiter. Wie wird sich Gott verhalten? Und so bittet Gideon,
Gott möge nicht von ihm gehen, bis er die Gaben bereitet
hat. Und dieser sagt: «Ich werde bleiben.» Gideon hat wohl
das schönste Zeichen, das es gibt, erhalten: Gott sagt, dass er
bleibt, ohne dieses Bleiben an Bedingungen zu knüpfen. Ich
verstehe diese Geschichte von damals wie ein Bild, das ich
anschaue. Es gefällt mir, und ich nehme es innerlich mit. Und
so, wie mir das Bild gefällt, tut mir auch diese Geschichte gut.
Sie zeigt auf, dass Gott den Menschen nahe sein will, dass er
mit ihnen auf dem Weg ist, dass er ein Gott der Gerechtigkeit
und des Friedens ist. Ich frage nicht nach Zeichen, aber ich
bitte um Gottes Nähe, um seine Liebe und um seinen Schutz
auf meinem Weg. Und dies gilt nicht nur mir, sondern gerade
den Menschen, die Gottes Nähe besonders brauchen. Sie
sollen in Würde, Gerechtigkeit und Frieden leben können.
Danke für deine Nähe zu allen Menschen, schenke Kraft
und Liebe.
Von: Madeleine Strub-Jaccoud