Josef hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füssen. Apostelgeschichte 4,37
Jetzt kommt mir gerade das Märchen «Die Sterntaler» in den Sinn. Darin wandert ein armes Waisenmädchen in die Welt und verschenkt nach und nach seinen letzten Besitz: das letzte Stück Brot, die Mütze, den Mantel, das Kleid, das Hemdchen. Dann hat sie gar nichts mehr und ist allein im Wald. Da fallen die Sterne als Silbertaler vom Himmel und sie hat das feinste Hemdchen an. Bis zu ihrem Lebensende wird sie nun genug haben.
Und da ist dieser Josef: Er verkauft seinen Acker. Das heisst, er löst sich wohl von seinem Lebensunterhalt, er löst sich von den Arbeiten, Mühen und Freuden, die mit diesem Acker zusammenhängen. Wozu?
Er legt das Geld den Aposteln zu Füssen. Die Apostel führen eine wachsende Gruppe von Menschen an, die an Jesus Christus als Gottes Sohn glauben. Sie stehen unter dem Druck der herrschenden Elite. Im gemeinsamen Gebet erleben sie den Heiligen Geist. Und sie erleben sich als eine Gemeinschaft, die «ein Herz und eine Seele» ist und die jeglichen Besitz miteinander teilt.
Josef und das Mädchen verschenken aus freiem Willen ihr Hab und Gut, ja gar sich selbst. Sie begeben sich in Unsicherheit und Gefahr, um etwas anderes, etwas Grösseres, vielleicht etwas noch Unbekanntes zu erlangen … Wie empfinde ich diese Haltung für mein eigenes Leben?
Von: Katharina Metzger