Was verborgen ist, ist des HERRN, unseres Gottes;
was aber offenbart ist, das gilt uns und unsern Kindern ewiglich. 5. Mose 29,28
In der grossen Rede des alten Mose vor dem Überschreiten des Jordans in das verheissene neue Land wird das zentrale Thema nochmals in grosser Deutlichkeit vertieft: Gott hat mit euch, seinem Volk, einen Bund geschlossen – und ihr habt ihn immer wieder gebrochen! Dieser Bund ist durch die ganze Geschichte hindurch klar und unmissverständlich erkennbar, und er gilt bis in alle Ewigkeit! Alles, was dem Volk Israel widerfahren ist, an Gutem wie an Schwerem, hat Gott gemacht. Weil er sein Volk nicht nur aus der Knechtschaft in Ägypten herausgeholt hat, sondern weil er ihm eine neue Zukunft in einem neuen Land in Aussicht stellt und es nun vor dem Beginn dieser Zukunft steht. Gott hat alles so gewollt, aber nun muss das Volk seinen Teil leisten und einsehen, dass es diesem seinem Gott verpflichtet ist.
Ich bin heute Teil dieses Volkes, und ich lese den Text als Anfrage an mich heute: Lebe ich in diesem Bund mit Gott, oder nehme ich ihn ernst bloss «in Auszügen», also mit Vorbehalten und Zurückhaltung an all den Stellen, wo er mich in meiner Eigenständigkeit in Frage stellt? Wo ich eigentlich lieber meine eigenen Ziele, die ich mir gesteckt habe, verfolge und nicht so sehr auf «seine» Stimme hören möchte? Dann trifft es mich, wenn ich lese, dass Gottes Stimme für alle Zeiten und Orte gilt …
Von: Hans Strub