Gott hat die Macht, euch jede Gabe im Überfluss zu schenken. So habt ihr in jeder Hinsicht und zu jeder Zeit alles, was ihr zum Leben braucht. Und ihr habt
immer noch mehr als genug, anderen reichlich Gutes zu tun. 2. Korinther 9,8
Käthe Kollwitz schrieb: «Eine Gabe ist eine Aufgabe.»
Damit meinte sie Talent. Darauf werde ich meine Gedanken
in diesem Beitrag lenken und damit andere Arten von Gaben
wie etwa Nahrung, Geld, Land, Heimat auslassen.
Wer ein Talent hat, soll es leben, fördern und zum Blühen
bringen, es verdoppeln und mehren, so haben wir es bereits
im Gleichnis von den Talenten gelernt.
Sicher ist auch, dass man damit hat, was man zum Leben
braucht: Erfüllung, Sinn und Lebendigkeit.
Ob dabei auch Kraft, Zeit und Hingabe übrigbleiben, um
anderen Gutes zu tun? Da bin ich mir allerdings nicht so
sicher. Oft entblutet die Hingabe an ein Talent andere
Lebensbereiche: Kinder kommen zu kurz, Ehepartner erfahren
nicht genug Aufmerksamkeit, weitere soziale Verpflichtungen
werden kaum wahrgenommen. Das ist oft – nicht
immer – die traurige Wahrheit.
Allerdings bringt die Hingabe an ein Talent Menschen im
weiteren Lebenskreis und über die Zeitläufe hinweg Freude
und Gewinn. Man denke nur an die Gedichte Droste-Hülshoffs,
die Bilder van Goghs und die Musik Mozarts!
Von: Kathrin Asper