Lobet, ihr Völker, unseren Gott, lasst seinen Ruhm
weit erschallen, der unsere Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füsse nicht gleiten. Psalm 66,8–9
Im vergangenen Oktober hatten wir ein Seminar unter dem Motto «Seid Menschen», wobei es um Erinnerung und die daraus erwachsende Ermutigung zum Handeln ging. Dazu passt dieser Psalm 66 in seiner ganzen Länge. Es ist ein Dankes- und Loblied des Volks Israel nach Rettung aus vielen Gefahren, sei es beim Durchzug durch das plötzlich trockene Meer bei der Flucht aus Ägypten, sei es vor Feuer und Überschwemmung, sei es aus Krieg. Daraus wird ein Loblied für diese wunderbare Macht «Gott», die unsere Seelen am Leben erhält und unsere Füsse nicht gleiten lässt. Wenn die Füsse nicht gleiten, dann rutscht man nicht aus, sondern kann aufrecht weitergehen.
Aufrecht weitergehen, das brauchen wir heute in diesen innen- wie aussenpolitisch unruhigen Zeiten. Es hilft uns nicht, nach Vogel-Strauss-Manier den Kopf in den Sand zu stecken; nein, lasst uns weiter wach die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen wahrnehmen und uns für gegenseitiges Zuhören, Verstehen, Handeln, für die manchmal sicher etwas anstrengende Demokratie einsetzen – wir gehen nicht allein, Gott hilft uns, ja er schiebt uns, und damit können wir auch bei wenig sichtbaren Erfolgen ohne Angst weitergehen. Ich glaube fest daran!
Von: Elisabeth Raiser-von Weizsäcker