Er selbst, der Vater, hat euch lieb. Johannes 16,27
Der Vers geht noch ein wenig weiter: «Denn der Vater selbst
liebt euch, weil ihr mich lieb gewonnen habt und zum Glauben
gekommen seid, dass ich von Gott ausgegangen bin.»
Das ist für mich auf den ersten Blick irritierend: Der Vater
liebt mich also nur, wenn ich über den Glauben an Jesus
Christus zu ihm gekommen bin? Und nicht, weil auch ich
«einfach so» sein Menschenkind bin?
Nun spricht Jesus diese Worte allerdings unter dramatischen
Umständen: Bald wird er gefangen, verurteilt und
gekreuzigt werden. Er wird sein Schicksal annehmen. Aber
wie wird es seinen Jüngern und Jüngerinnen damit gehen?
Werden sie ihn immer noch als Sohn Gottes sehen? Werden
sie beim Anblick seines Kreuzestodes immer noch an einen
liebenden Gottvater glauben, so wie Jesus es sie gelehrt hatte?
In diesen Momenten des Zweifelns, die einige Jünger und
Jüngerinnen erlebt haben könnten, klingen die Worte von
Jesus wieder anders: Es geht nun um ein «Glauben trotz
allem». Es geht darum, trotz allem an Jesus als Gottes Sohn
und an seine Botschaft vom liebenden Vater zu glauben.
Diese Botschaft ist in ihrer Intensität etwas Neues, das durch
Jesus in die Welt gekommen ist und eine neue Brücke zum
Göttlichen geschaffen hat.
Jesus wird noch etwas Eindrückliches sagen. Er sieht voraus,
dass alle «zerstreut werden» und ihn allein lassen: «Und
doch bin ich nicht allein, denn der Vater ist bei mir.»
Von: Katharina Metzger