Der HERR hat seinen Thron im Himmel errichtet, und sein Reich herrscht über alles. Psalm 103,19
Der «Thron im Himmel» ist ein gängiges altorientalisches
Bild für die göttliche Macht. Die Menschen stellten sich die
Welt dreistöckig vor: unten das Chaos und das Totenreich,
dazwischen die Erde und oben der Himmel. Das Firmament
stellte man sich als ein festes Gewölbe vor, das sich wie eine
Glocke über die Erde spannt. Dieses Gewölbe trägt den Himmelsozean,
der mit dem Urmeer im Chaos verbunden
ist. Es ist besser für alle, wenn die Weltordnung so bleibt, wie Gott
sie eingerichtet hat. Als Gott die Schleusen öffnete, gab es
eine Sintflut. Eine beunruhigende Vorstellung!
Unser Weltbild ist ein anderes. Die Auskunft, dass «Gottes
Reich über alles herrscht», eckt an und weckt bei aufgeklärten
Geistern ein müdes Lächeln. Man könnte auch sagen,
wir haben Gott entthront. Wenn es einen Thron gäbe, müssten
wir uns selbst daraufsetzen. Dumm ist nur, dass es den
Anschein macht, es könnte das Chaos ausbrechen. Wegen
uns! Es gibt Grund zur Annahme, dass wir bis zum Jahrhundertende
eine Sintflut erleben werden – einmal ganz
abgesehen von anderen Szenarien, die auch nicht erfreulich
sind. Das sind beunruhigende Vorstellungen!
Hoffen wir, dass Gott (doch) im Regiment ist.
Von: Ralph Kunz