So spricht der HERR Zebaoth: Wer euch antastet, der tastet seinen Augapfel an. Sacharja 2,12
Jerusalem wird als eine Stadt gezeichnet, die so gross wird, dass kein Band ausreicht, um sie zu vermessen. Ihre Grenzen sind zu weit, als dass sie durch Mauern und Befestigungen abgeriegelt und geschützt werden könnten. Stattdessen soll Jerusalem «ein offener Ort bleiben», damit all die Menschen, die zu ihm hinströmen, Platz finden. Es ist die Vision eines vitalen, pulsierenden Weltzentrums.
Für den Schutz der Stadt garantiert Gott. Er warnt die Völker davor, Zion nur schon anzutasten. Allerdings droht Gott nicht mit Vergeltung. Er ist es nicht, der Zerstörung über die Völker bringt. Wer Zion antastet, geht an sich selbst zugrunde, weil er «seinen Augapfel» antastet und sich so selbst verletzt.
Ein starkes Bild: Wenn Menschen einander Gewalt antun, verletzen sie sich am eigenen Auge. Sie werden blind. Sie verlieren die offene Gesellschaft aus dem Blick, die Stadt, die den Menschen Zuflucht bietet und Hoffnung schenkt. Diese Weltstadt kann nicht durch Stacheldrähte gesichert werden. Sie verlangt nach Frieden und offenen Augen für die Mitmenschen. Wer hingegen Gewalt ausübt, vergeht sich an dieser Vision und damit an der Menschheit selbst. Und er gefährdet den eigenen Augapfel, etwas vom Kostbarsten und Verletzlichsten, das er besitzt.
Von: Felix Reich