David und ganz Israel tanzten mit aller Macht vor Gott her, mit Liedern, mit Harfen, mit Psaltern, mit Pauken, mit Zimbeln und mit Trompeten. 1. Chronik 13,8
Die Bundeslade kommt in den Tempel in Jerusalem! Die Schilderung des Gottesdienstes samt Tanz, Pauken und Trompeten ist typisch für die Chronikbücher, die teils dieselben Geschichten wie die Königsbücher erzählen, allerdings mit einem anderen Interesse: In den älteren Königsbüchern geht es darum, den Untergang Israels zu erklären; die Chronik ist nachexilisch und will mit idealen Schilderungen des Gottesdienstes zum Neuanfang beitragen. Vermutlich sind die Autoren Leviten. Sie stammen aus dem Tempelbetrieb und lieben vor allem die gottesdienstliche Musik. Auf heute übertragen könnte man sagen, sie waren «hochkirchlich», oder wer es freikirchlich mag, sie waren Worship-Fans. Das Davidbild profitiert davon. In der Chronik werden seine Schattenseiten ausgeblendet. Er wird als Vortänzer und Kantor dargestellt, eine sympathische Form des Regierens.
Ich stelle mir vor, wie das auf die Schweiz übertragen aus-sehen würde: Der siebenköpfige Bundesrat tanzt mit aller Macht vor Gott her, mit Liedern, mit Harfen, mit Psaltern, mit Pauken, mit Zimbeln und mit Trompeten. Warum nicht? Die Sitzungen des Gremiums würden nach der gemeinsamen Anbetung sicher anders ablaufen als üblich. Vielleicht mit ein bisschen mehr Konkordanz und etwas weniger Konkurrenz?
Von: Ralph Kunz